Wilhelm-Oskar Reime

Der am 12. Juli 1856 in Gleina, bei Freyburg an der Unstrut geborene Wilhelm Oskar Reime, hegte schon sehr früh den Wunsch, Lehrer zu werden. Mit 12 Jahren war er bereits als Helfer für den Lehrer in Gleina tätig. Da seine Eltern nicht über die finanziellen Mittel verfügten, ihm ein Studium zu ermöglichen, versuchte er, sein Ziel durch Selbststudium zu verwirklichen. Fast 16-jährig übernahm er die vikarische Verwaltung der Schulstätte in Jagsal, bei Herzberg, wo er sich auf seinen Beruf vorbereitete.

Nach dem Tod des Vaters mußte seine Mutter das verschuldete Grundstück in Gleina verlassen. Sie zog zu ihrem Sohn nach Jagsal und führte ihm den Haushalt.

Reime bestand seine erste Lehrerprüfung im Jahre 1876 in Elsterwerda mit Bravour. Daraufhin erhielt er am 1. Oktober 1876 eine Lehrstelle in Werben (Landkreis Delitzsch). Hier bereitete er sich auf seine 2. Lehrerprüfung vor, die er 1878 ebenfalls erfolgreich bestand. Daraufhin bewarb er sich an der ersten Bürgerschule in Delitzsch um eine Anstellung, welche er auch erhielt. So begann er schließlich am 1. April 1879 mit seiner Arbeit als Lehrer, die er 40 Jahre lang behielt. Im Jahr 1892, 10 Jahre nach seiner Heirat mit Maria Köhler, zog er auf ein Grundstück am Gerberplan Nr. 11, das seinen Schwiegereltern gehörte. An diesem Grundstück wurde 1929 eine Bronzetafel zu Ehren Reimes angebracht. Reime verfaßte zwischen 1905 und 1909 einige Beilagen für das Delitzscher Kreisblatt, in denen es um die Stadtgeschichte ging. Von 1914-1920 arbeitete er an einer Kriegschronik. 1922 erschien erneut eine Beilage Reimes unter dem Titel ,,Der Türmer". Ein Jahr später, am 22. August 1923, starb Reime.

Quelle: Delitzscher Schlossmuseum